Die JEF Tübingen hat ein eigenes Planspiel entwickelt, mit dem Schüler der Oberstufe und Studenten die Entscheidungsfindung auf europäischer Ebene nachspielen können. Dabei schlüpfen die Schüler und Studenten in die Rollen von Europaabgeordneten, Ratsmitgliedern und Lobbyisten. Ziel des Planspiels ist es, eine Verodnung zur Reduktion von CO2-Emissionen in der Automobilbranche zu erlassen.
Das Planspiel ist auf einen Vormittag (ca. 4,5 Stunden) angelegt und für Oberstufe und Studenten konzipiert. Vorraussetzung sind Grundkenntnisse zu den europäischen Institutionen und Parteien.
Bisher haben wir das Planspiel an der Universität Tübingen mit Studenten der Politikwissenschaft, am Internationalen Forum in Bad Liebenzell mit Studenten des Masterstudiengangs European Studies und am St. Agnes Gymnasium in Stuttgart durchgeführt.
Zudem wurde unser Planspiel vom Bildungswerkt des Landkreises Darmstadt an mehreren Schulden durchgeführt.
Neben der Aufwandtsentschädigung für die Anreise berechnen wir, auf Verhandlungsbasis, eine Gebühr von ca. 300 Euro.
Bei Interesse wenden Sie sich bitte an tuebingen@jef-bw.de.
Politik zum Anfassen- Das Europaplanspiel am Sankt Agnes Gymnasium Stuttgart
Wie wird auf EU-Ebene eigentlich ein Gesetz gemacht? Mit dieser Frage beschäftigten sich am 18. und 19.05.2010 rund 120 Schülerinnen der Jahrgangsstufe 11 des Sankt Agnes Gymnasiums in Stuttgart.
Auf Einladung einer Lehrerin des Mädchengymnasiums veranstalteten die Jungen EuropäerInnen an zwei Vormittagen in der Aula der Schule ein Planspiel, welches die Verabschiedung einer Verordnung auf EU-Ebene simuliert. Ziel der Simulation ist es, den Schülerinnen die Institutionen der EU sowie ihre Arbeitsweise zu verdeutlichen und ihnen wichtige Problemstellungen der europäischen Politik zu veranschaulichen. Außerdem sollte ihnen die Möglichkeit gegeben werden, im Gegensatz zum normalen Schulunterricht auch mal eine vielleicht nicht der eigenen Überzeugung entsprechende Meinung zu vertreten, hitzig zu debattieren und gemeinsam zu einer Lösung zu kommen.
Nach einer kurzen Begrüßung und einer Einführung zu den EU-Institutionen und ihren Aufgaben wurden die Schülerinnen in zwei Gruppen zu je 30 Personen aufgeteilt und jedem der Mädchen wurde eine Rolle entweder als Parlamentarierin, als Mitglied des EU-Ministerrats oder der Europäischen Kommission gegeben. Gegenstand der Diskussion war der Verordnungsvorschlag zur Festsetzung von Emissionsnormen für neue Personenkraftwagen vom 19.12.2007.
Während den je zwei Lesungen von Rat und Parlament fanden teils heftige Diskussionen über Umweltschutz versus Schutz der Automobilindustrie statt und unsere Aufgaben als JEF-Mitglieder waren weniger die Anregung einer Diskussion als vielmehr, für einen geordneten Ablauf zu sorgen. Auch bei „privateren“ Gesprächen mit einzelnen Schülerinnen hatten wir in unserer Rolle als Lobbyisten und Pressevertreter viel Spaß und waren von den angeregten, oft sehr gut argumentierten Diskussionen mit den Gymnasiastinnen positiv überrascht.
Nach einer nachgestellten Ausgabe der Tagesschau, in welcher ein JEF-Mitglied zusammenfassend die Tendenzen der Diskussion und das Verhalten der einzelnen Fraktionen darlegte, präsentierte die Europäische Kommission nun das Ergebnis der Verhandlungen, welches nicht nur einen einfachen Normbeschluss sondern auch eine gestaffelte Übergangsregelung und Strafzahlungen für eine Nichteinhaltung vorsah. Dieses kreative Resultat, zu dem die Schülerinnen gemeinsam gelangt sind, lag auch gar nicht mal weit von dem wirklich gefassten Beschluss entfernt!
In einer gemeinsamen Auswertungsrunde zum Abschluss hatten die Jugendlichen die Gelegenheit, über ihre Erfahrungen mit ihren Rollen und mit der Thematik zu sprechen und ihre Meinung abzugeben. Alles in Allem war das Planspiel nicht nur eine Unterrichtseinheit zur EU, sondern eine praktische Erfahrung dazu, wie in Europa Politik gemacht wird. Und noch dazu hatten wir von der JEF dank der Begeisterung der Schülerinnen viel Spaß und haben neue Motivation für weitere Projekte gewonnen!